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UNSERE STARTLISTE DER RENNAUTOS 

 

Peter Dätwyler, Restaurant "Flügerli" beim Flughafen Bleienbach hat für uns eine schöne Rennauto-Gruppe von 16 Fahrzeugen zusammengestellt. Es sind Rennautos aus den Kategorien Tourenwagen, Gran Turismo, Sportwagen, Vorkrieg, Formel Libre, Formel V, Formel Ford, Formel Renault, Formel 3, Formel 1 / Libre und Formel 3.



1 Fiat-Abarth, Manfred Schüpbach

Genau die haben wir doch in Erinnerung von früher! Die kleinen Kraftzwerge mit dem geöffneten Motorendeckel und dem dicken Auspuff. Der Italiener Carlo Abarth verstand es wie kein anderer die kleinen 60er Fiats zu tunen und deren Leistung bis zum fünffachen zu erhöhen. In jeder Rennkategorie, in welcher sie mitgefahren sind waren sie der Massstab. Genau das richtige um heute hier die kleine Rennwagen-Gruppe zu eröffnen. 

2 Mini, Bernhard Bolognesi

Früher waren die Mini Cooper im Rennsport nicht wegzudenken, von 970 bis 1275ccm waren sie tonangebend bei den kleinen Tourenwagen. Sie ärgerten auf der Rundstrecke aber oft auch die ganz grossen durch ihre Hartnäckigkeit, welche ihnen die guten Fahreigenschaften ermöglicht haben.

Dieses Fahrzeug hier wurde erfolgreich von 1979-1987 von Urs Wüthrich in der lokalen Nord - West Slalommeisterschaft gefahren. Im Konkurrenzkampf mit seinem Bruder Hans Wüthrich auf Mini Cooper S. Ihn kennt man auch vom Gurnigelrennen. Zuletzt fuhr dieser 1275 GT in den Jahren 2003 – 2007 mit seinem heutigen Besitzer im British-Sportscar-Cup, sowie an Trackdays mit. So nahe wie heute hatte Bernhard Bolognesi aber sicher noch nie bis zur Startlinie…

3 BMW, Bruno Hügli

Dieser BMW erinnert an die schönen alten Zeiten, als die Tourenwagen driftend durch die Kurven kamen. Dieser Wagen wurde seit 1971 international bei Rennen eingesetzt. Bruno Hügli wurde letztes Jahr bei den historischen Tourenwagen in Deutschland zweiter. Er war das ganze Jahr in Führung bis auf das letzte Rennen wo sich bei starkem Regen der linke Scheibenwischer verabschiedete und ihm den Gesamtsieg gekostet hat, da er nichts mehr sah.

4 Alpine, Bruno Allenspach

Die blaue Flunder, wurde sie genannt. Ob wie hier eine 1300er Strassenversion oder bis zum höchstgezüchteten 1800er Gruppe 4 Rennauto. Sie wurden von der Konkurrenz gefürchtet – und das aus gutem Grund. Im Slalomparcours, am Berg, auf der Rundstrecke und auch in der Rallye- Weltmeisterschaft sammelten sie die Siege und die Meistertitel ein. Meist waren sie blau wie diese hier. Es gibt nicht viele andere Sportwagen bei welchen der Fahrspass so direkt beim Fahrer ankommt. Ein absoluter Mythus!

 

5 Porsche, Thomas Käser

Ohne einen Porsche geht es nicht. Porsche ist seit je mit dem Rennsport verbunden und auch wenn die Schweiz klein ist, war der hiesige Markt für Porsche immer von Bedeutung. Auch im Rennsport waren immer bekannte Schweizer Fahrer für die Marke aus Stuttgart unterwegs. Heini Walter, Jo Siffert und Herbert Müller waren die bekannten Namen von früher, und Neel Jani als aktueller Porsche-Werksfahrer ist der Name von heute.

Nebst dem internationalen Sport hat sich Porsche aber auch immer im Club-Sport engagiert. Sicher trägt das zur Bekanntheit und Beliebtheit mit, ebenso sicher ist es für die Marke aber auch ein einträgliches Geschäft. Einen Porsche wie diesen wuchtigen Turbo von Thomas Käser, egal auf welcher Strecke auch immer zu bewegen macht Spass und stellt eine mächtige Herausforderung dar. Wenn man wie Käser eine eigene Garage betreibt und Porsche als seine Lieblings-Marke gilt, geht alles viel einfacher. Er liebt seinen Boliden über alles und wird nie müde, immer und immer wieder etwas zu verbessern und dadurch hier und dort noch mehr Leistung zu gewinnen.

6 Lotus, Daniel Wingeier

Der Lotus 23 wurde von Colin Chapman als zweisitziger Sportwagen entwickelt. Er benutzte für das Fahrwerk aber Teile von seinem Formel Junior. Die Karosserie war aus Polyester und je nach Motor brachte er knapp 400 Kg auf die Waage. Die 23er hatten Motoren von 750 bis 1000ccm und die 23B hatten Ford Motoren von 1500 oder 1600ccm eingebaut. Der Lotus 23 gab sein Debüt 1962 mit Jim Clark beim 1000 km Rennen am Nürburgring wo er gleich in Führung ging, und die viel stärkeren Wagen im Feld alt aussehen liess.

Ein Lotus wertet jedes Startfeld auf und ist immer etwas Besonderes. Dieser wunderschöne Rennwagen hier gehörte bis ins Jahr 2008 dem bekannten Schweizer-Rennfahrer Kurt Buess.

7 Sauber, Martin Nebel

Hier sehen wir den zweiten Sauber Rennwagen aus dem damals noch kleinen Hinwiler Rennstall, welcher es später bis in die Formel 1 schaffen sollte. Nachdem Peter Sauber selbst 1970 mit dem Sauber C1 Schweizermeister in der Kategorie Sportwagen geworden ist, bestellte Dr. Hans Kühnis einen Rennwagen bei ihm. Und so baute Peter Sauber dann den C2. Wie schon beim C1 gab es zwei Stück davon. Hier sehen wir das Kühnis Auto, der Basler fuhr diesen damals mit grossem Erfolg - genau in diesen Farben wie wir ihn heute hier sehen. Der zweite Sauber C2 ging damals nach Deutschland.

Der Fahrer hier am Schallenberg, Martin Nebel, ist übrigens ein langjähriger Mitarbeiter von Sauber und heute Alfa Romeo Formel 1 in Hinwil.

8 Sauber, Peter Leuthardt

Hier sehen wir ein wunderschönes - und nicht nur aus Schweizer Sicht - ein äusserst geschichtsträchtiges Rennauto! Gleich in zwei Schweizer Teams - welche beide je einmal die Langstrecken-Weltmeisterschaft gewinnen konnten - war dieses Auto als Werkrennwagen im Einsatz. Und zweimal stand er auch beim berühmten 24-Stunden-Rennen in Le Mans am Start. 1982 für den Sauber-Rennstall als SAUBER C6-Ford mit den Fahrern Hans Stuck/Sigi Müller und 1983 für Brun-Motorsport als SEHCAR-Ford mit den Fahrern Gilles Villeneuve/Deacon/Heimrath. Und viele weitere bekannt Fahrer wie Marc Surer, Walter Brun, Dieter Quester, Hans Heyer, Manfred Winkelhock, Prinz Leopold von Bayern usw. usw, sassen am Steuer eines Sauber C6 oder als Sehcar.

Nach seiner Zeit in der Langstrecken-Weltmeisterschaft sah man diesen SAUBER C6 noch bei Rennen zur deutschen Rennsportmeisterschaft, sowie bei Rennen in der Schweiz, in Italien und in Frankreich. Sein heutiger Besitzer, Peter Leuthardt, hält ihn unermüdlich am Laufen und fit, um damit wie heute hier am Schallenberg das Publikum zu begeistern. Ein wirklich ganz schönes Stück Schweizer-Automobilrennsport-Geschichte sehen wir hier.

9 Buick, Peter Kupferschmied

Solche Donnerbolzen waren früher nicht an Schweizer-Rennen dabei. Er ist sich eher mehr Auslauf gewohnt, denn er verkörpert den US-Vorkriegs-Rennsport und dort ist ja bekanntlich alles etwas grösser. Das Publikum liebt heute solche grossvolumigen Rennwagen - und deshalb zeigen wir ihn hier. Auch wenn sich viele ähnlich waren, war doch keiner gleich wie der andere. Die Fahrwerke wurden aus verfügbaren Serienteilen zusammengebaut und auch beim Karosseriebau liess man der Fantasie viel Raum. Zuletzt gab dann der eingebaute Motor dem «Vehikel» auch den Namen, wie beim Beispiel hier, ein Buick. Die Rennen damit waren abenteuerlich, denn Leistung war zur Genüge vorhanden, aber das Fahrverhalten war meist alles andere als optimal.

Unser Fahrer gilt als «Bauernbueb» von Heiligenschwendi, hier fast als einheimisch und er wird als heutiger Trainer im Bereiche Strassenverkehr, seinen anvertrauten Boliden wohl sicher im Griff behalten…

10 Rombaldi, Res Küffer

Dieser Rennwagen ist eine Schweizer-Konstruktion. Er wurde damals nach dem Reglement für Formel Junior ausgelegt, nur war es für diese Klasse schon zu spät. Wie viele andere fuhr er dann in der Klasse «Formelfrei» bei Rennen in der Schweiz. Wurde später nach Frankreich verkauft, kam 2008 wieder zurück in die Schweiz und wurde liebevoll restauriert, so dass er wieder wie hier am Schallenberg gezeigt und gefahren werden kann.

11 Formcar, Peter Dätwyler

Dieser Rennwagen ist in einem aussergewöhnlichen nicht restaurierten Originalzustand und das hat seinen Grund. Denn die Frau des Erstbesitzers hat ihm damals strickte verboten damit Rennen zu fahren… Also stellte er ihn in seinem Autohaus in Wasserburg am Inn (D) als Werbung in den Ausstellraum. Da sollte er lange stehen bleiben, denn erst 37 Jahre später kaufte ihn dort der heutige Besitzer. Und seither darf er ab und zu - wie heute hier am Schallenberg - auch fahren.

Übrigens gehört dieser Rennwagen zu den ersten Formel V in Europa überhaupt! Denn 1965 importierte Dr. Ferry Porsche eine kleine Erstserie in Amerika (dort fuhr man schon seit 1962 Formel V) und stellte diese Rennformel in Europa vor. Und dieses Fahrzeug hier ist einer davon.

12 Lola, Andi Reck

Auf den Grosserfolg der Formel V für den Rennwagen-Nachwuchs mit kostengünstigen aber doch echten Monopostos, folgte insbesondere von England aus die Formel-Ford 1600. Riesige Rennfelder mit einer grossen Markenvielfalt sorgten auf allen Rennstrecken für harte Kämpfe und viel sehenswertes Spektakel! Meist waren es kleine Hersteller und weniger bekannte Marken die Formel- Ford bauten. Aber auch bekannte Hersteller wie Lotus oder hier Lola, boten Wagen an oder sie setzten sogar solche vom Werk aus ein.

Auch in der Schweiz gab es eine starke Meisterschaft und Marlboro schrieb eine Schweizer- Nachwuchs-Challenge dafür aus. So wurde dieser Lola in einer aufwändigen Auswahl für eine Saison dem Challenge-Sieger, damals Franz Hunkeler, für eine Saison gratis zur Verfügung gestellt. Auch heute sind die kostengünstigen Rennwagen in der Schweiz beliebt und messen sich in einem Cup auf verschiedenen Rennstrecken. Andi Reck gewann diesen Cup 2019 mit seinem roten ex. Marlboro-Lola.

13 Griffon, Hans-Rudolf Howald

Griffon ist ein kleiner Schweizer Rennwagenhersteller, er baute Formel Ford und Formel Renault, sowie einige Rennsportwagen. Dieses Fahrzeug hier wurde nach dem Formel Renault Europe Reglement gebaut und in der französischen Meisterschaft sowie bei Rennen in der Schweiz eingesetzt. Dann wurde der Wagen nach Frankreich verkauft, kam später wieder in die Schweiz und wurde mit einer elf Jahre dauernden Restauration wieder in den Originalzustand zurück gebaut.


14 Brabham, Christoph Scheidegger


 

15 Dallara, Hans-Ueli Aeschbacher

Hier haben wir einen Rennwagen der neueren Generation und einen regionalen Fahrer welcher auch jetzt aktiv ist. Hans-Ueli Aeschbacher beweist, dass das Model wie es früher gang und gäbe war auch heute noch möglich ist. Ein Garagier, bei welchem das Licht am Abend stets lange brennt da er für sein Hobby tüchtig weiter am Schrauben ist. Sein top gepflegter Rennwagen strahl aus mit welcher Leidenschaft er da zu Werke geht. Aeschbachers Dallara zählt auf jedem Rennplatz zu den schönsten…

Er ist aber nicht nur schön, sondern auch historisch wertvoll. Der Dallara stammt aus dem bekannten KMS Benetton-Junior-Team des Schweizers Hanspeter Kaufmann. Aeschbacher legt viel Wert darauf, den original Zustand zu erhalten und alles was verbessert wird muss auch wieder rückbaubar sein. Aeschbacher fährt alle Schweizer-Bergrennen und ausgewählte Bergrennen im Ausland.

Er wird hier sicher schneller sein als die Oldtimer-Rennwagen welche wir bis jetzt gesehen haben. Das hängt mit dem modernen Boliden zusammen und auch mit der Motivation nicht weit von zu Hause das Publikum zu begeistern.